Enderlein EU to go

Should trade surpluses be actively reduced? Does public debt harm the stability of the euro? Does the Eurozone need its own parliament? Discussions on the euro often get caught  between very technical details and political polemics. This is where our new Europa Briefings come into play: The ten-piece series aims at explaining key terms in the current debate on the future of Europe and the euro. Each briefing addresses a distinct policy area. We explain what the problem is, what possible options there are to move ahead, and what policy-makers can do now to enable an informed dialogue between political decision-makers and citizens in the election year 2017.

Sollten Handelsüberschüsse aktiv abgebaut werden? Bedrohen Staatsschulden die Stabilität des Euro? Braucht die Eurozone ein eigenes Parlament? Oft verschwimmen die Debatten um aktuelle Fragen der Euro-Politik im Nebel aus Fachwörtern und Halbwissen. Hier setzen wir mit unseren Europa Briefings an und erklären in einer zehnteiligen Serie wichtige Schlüsselbegriffe der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Jedes Briefing befasst sich mit einem konkreten Politikbereich. Wir zeigen auf, was das Problem ist, welche Reformmöglichkeiten es jetzt gibt und was die Politik tun kann. Damit möchten wir im Wahljahr 2017 den informierten Dialog zwischen politischen Entscheidern und Bürgern ermöglichen. 

Economic government. How are decisions made in the euro area? And how democratic are they? These questions moved to the centre of the debate during the euro crisis. Under tremendous time pressure, solutions had to be found for stabilising the euro. New institutions and rules were created such as the European Stability Mechanism, the Banking Union and the Fiscal Compact. Who makes the decisions in the Eurozone today? Is there a democratic deficit? Does the currency union need better control mechanisms – or are the old ones good enough?

Wirtschaftsregierung. Wie werden Entscheidungen im Euroraum getroffen? Und wie demokratisch sind sie? Diese Fragen rückten während der Eurokrise in den Mittelpunkt der Debatte. Unter großem zeitlichem Druck mussten Lösungen gefunden werden, um den Euro zu stabilisieren. Neue Institutionen und Aufgaben wurden geschaffen, wie zum Beispiel der Europäische Stabilitätsmechanismus, die Bankenunion oder der Fiskalpakt. Wer entscheidet heute im Euroraum? Gibt es ein demokratisches Defizit? Braucht die Währungsunion bessere Kontrollmechanismen – oder reichen die alten aus? 

European taxes. In the European Union, each member state is responsible for its tax system. Different national regimes help with tax competition, but can also lead to tax evasion or unfair rules in the Single Market. That is why better coordination or even standardisation of taxes is debated. What tax regulations are there already in the Single Market? What would be the advantages and disadvantages of a European tax? And what reforms are being discussed in Europe?

Europäische Steuern. In der Europäischen Union ist jeder Mitgliedstaat für sein Steuersystem verantwortlich. Unterschiedliche nationale Besteuerungen dienen dem Steuerwettbewerb, können aber auch zu Steuervermeidung oder unfairen Regelungen im gemeinsamen Binnenmarkt führen. Eine bessere Koordinierung oder sogar eine Vereinheitlichung der Steuern stehen deshalb zur Debatte. Welche Steuerregeln gibt es bereits im Binnenmarkt? Welche Vor- und Nachteile hätte eine europäische Steuer? Und welche Reformen werden in Europa diskutiert?



Sovereign debt. High levels of sovereign debt have become a serious issue in the Eurozone. This does not just affect the individual member states: The European debt crisis has shown that difficulties in one euro-area country can spread to the entire currency union. What strategies are being discussed for reducing sovereign debt? Would a stronger role for the EU help to reduce debt over the long term or should this be left solely to the member states?

Staatsschulden. Hohe Staatsschulden haben sich in der Eurozone zu einem veritablen Problem entwickelt. Dies betrifft nicht nur einzelne Staaten: Die europäische Schuldenkrise hat gezeigt, dass die Schwierigkeiten eines Eurolandes auf die gesamte Währungsunion übergreifen können. Welche Strategien zum Abbau von Staatsschulden werden diskutiert? Hilft eine stärkere Rolle der EU dabei, Schulden langfristig abzubauen oder sollte dies allein den Nationalstaaten überlassen werden?


Imbalances.  Economic imbalances keep recurring in the EU. Differences in trade balances dominate the debate. Germany has been generating very high surpluses for years and meets serious criticism for this reason. Are imbalances a threat to the EU, and what role does the euro play in this? Should politicians redress differences in the balance of trade? And if so, is that up to national governments or the EU?

Ungleichgewichte. Ökonomische Ungleichgewichte treten in der EU immer wieder auf. Besonders die Unterschiede in der Außenhandelsbilanz bestimmen die Debatte. Deutschland fährt beispielsweise seit Jahren sehr hohe Überschüsse ein und wird deswegen kritisiert. Sind die Ungleichgewichte für die EU bedrohlich und welche Rolle spielt der Euro dabei? Sollte die Politik überhaupt Handelsbilanzunterschiede korrigieren? Und falls ja, sind nationale Regierungen oder die EU in der Pflicht?



The EU budget. While comparatively small, the Union's budget remains a controversial topic. Brexit will further fuel the debate on rebates and redistribution. Where does the EU get its money from? Who benefits from its spending? And which proposals are on the table to render the budget more transparent and efficient?

EU-Haushalt. Der Haushalt der Europäischen Union ist vergleichsweise klein, doch seine Finanzierung und Verwendung werden kontrovers diskutiert. Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs spitzt sich die Debatte weiter zu. Woher bekommt die EU Geld? Wem nutzen die Ausgaben? Und welche Vorschläge gibt es, um den Haushalt transparenter und effektiver zu gestalten?





Four Freedoms. The Four Freedoms govern the unrestricted movement of goods, persons, ser-vices and capital within the EU. They serve as the cornerstones of the Single Market and the euro, and many citizens regard them as the greatest achievement of the European unification project. Brexit meanwhile has reignited the discussion on the free movement of persons, i.e. the opportunity to live and work in any EU country. Technically speaking, it is possible to separate the four freedoms, but does it make political sense?

Vier Freiheiten. Die vier Freiheiten regeln den freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital innerhalb der EU. Sie sind Grundpfeiler des gemeinsamen Binnenmarktes und des Euro und gelten bei vielen Bürgern als die größte Errungenschaft des europäischen Einigungsprojekts. Mit dem Brexit ist die Diskussion um die Personenfreizügigkeit, das heißt die Möglichkeit, sich in jedem EU-Land niederlassen und arbeiten zu können, neu entfacht. Technisch könnte man die vier Freiheiten trennen, aber ist das auch politisch sinnvoll?



Leaving the euro. Up to now, the European Treaties do not provide for member states to leave the euro. On the one hand, this protects the currency from speculative attacks; on the other hand, the lack of an exit option also constrains the room for political manoeuvre in times of crisis. Why was the euro designed as a one-way-street? What would be the consequences if an exit option was introduced? And what could be alternatives to a full-blown exit?

Euro-Austritt. Der Euro sieht für seine Mitglieder keine Austrittsoption vor. Einerseits schützt das die gemeinsame Währung vor spekulativen Angriffen. Andererseits hat die Eurokrise gezeigt, wie schwer es den Euroländern fällt, wirtschafts- und finanzpolitische Konflikte konstruktiv untereinander zu lösen. Warum wurde der Euro als Einbahnstraße entworfen? Was wären die Folgen einer Austrittsoption? Und welche Alternativen gibt es zu einem Austritt?



Banking Union. The Banking Union was established in 2012 to break the vicious cycle of fragile banks and weak public finances in the euro area. It currently encompasses the European banking supervision and bank resolution mechanisms. However, some key elements are still missing. What further steps are needed in order to complete the Banking Union? And how stable are European banks eight years after the financial crisis?

Bankenunion. Die Eurokrise war neben einer Wirtschafts- und einer Staatsschuldenkrise auch eine Bankenkrise. Um den Teufelskreis aus maroden Banken und schwachen Staatsfinanzen im Euroraum zu durchbrechen, wurde die Bankenunion geschaffen. Momentan umfasst sie eine europäische Bankenaufsicht und einen gemeinsamen Mechanismus zur Bankenabwicklung. Doch das Projekt ist noch unvollendet. Wie stabil sind Europas Banken mehr als acht Jahre nach Beginn der Eurokrise und wie geht es mit der Bankenunion weiter?



Convergence. The euro countries are economically different from each other. The crisis has made some of those differences more acute, a tendency that could further destabilize the currency union. The euro countries therefore need to agree on which type of convergence is most important to them and how they can achieve it. In what areas do the countries need to converge? What differences could or should remain? And what instruments are needed to achieve this?

Konvergenz. Die Euroländer sind wirtschaftlich verschieden. Die Krise hat einige dieser Unterschiede verstärkt. Das könnte die Währungsunion destabilisieren. Die Staaten müssen sich deshalb einigen, welche Art der Konvergenz ihnen am wichtigsten ist und wie sie diese erreichen können. In welchen Bereichen müssen sich die Länder angleichen? Welche Unterschiede dürfen oder sollten bestehen bleiben? Und welche Instrumente sind dafür notwendig?  



Low Interest Rates. Since 2013, inflation in the euro area has been too low. In order to revive the economy and stabilize inflation, the European Central Bank (ECB) has implemented a low interest rate policy which includes a bond-buying program known as quantitative easing (QE). These measures don’t come without risk. For example, some observers fear the formation of a bubble in the real estate and stock markets or complain about one-sided capital gains for wealthy households. How imminent are these risks for the euro area? What could be the worst case scenario? And what can governments do to get inflation back to target?

Niedrigzinsen. Seit 2013 ist die Inflation in der Eurozone zu gering. Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Inflation zu stabilisieren, betreibt die Europäische Zentralbank deshalb eine Politik der niedrigen Zinsen, zu der auch das Programm zum Aufkauf von Anleihen gehört. Die Maßnahmen der EZB haben politische Sprengkraft, denn die Niedrigzinspolitik birgt auch Risiken. So befürchten manche Beobachter eine Blasenbildung im Immobilien- und Aktienmarkt oder beklagen einseitige Vermögenszuwächse für wohlhabende Haushalte.